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Grüner Star

Der Grüne Star – Grundlagen

Ein gesunder Sehnerv mit zentralem Austritt von Arterien und Venen

Ein gesunder Sehnerv mit zentralem Austritt von Arterien und Venen

Der Grüne Star – auch Glaukom genannt – ist eine Erkrankung, bei der es durch Sehnervenschädigung zu einer allmählich fortschreitenden Einschränkung des Gesichtsfeldes kommt. Unbehandelt kann die Erkrankung zur Erblindung führen. Die Augenpraxis Sissach bietet nebst umfassenden diagnostischen Abklärungsmöglichkeiten auch ein breites Spektrum therapeutischer Optionen an, von medikamentöser Therapie über Laserintervention bis zur Operation.

Was ist ein Grüner Star?

Ein Grüner Star muss von der im Volksmund ganz ähnlichen lautenden Bezeichnung Grauer Star (d.h. Katarakt, eine Trübung der Augenlinse) klar unterschieden werden. Es handelt sich dabei um eine Augenkrankheit, bei der es durch eine Schädigung des Sehnervs zu einer voranschreitenden Gesichtsfeldeinschränkung kommt. Bei fehlender Behandlung kann der Grüne Star in Spätstadien auch zur Erblindung führen.

Kann ich einen Grünen Star selbständig erkennen?

Das Tückische am Grünen Star ist, dass die Erkrankung schleichend voranschreitet und keine Schmerzen verursacht. Erst in den fortgeschrittenen Stadien werden für den Betroffenen Einschränkungen bemerkbar. Einmal aufgetretene Schäden sind nicht wieder rückgängig zu machen. Der Grüne Star ist frühzeitig nur durch den Augenarzt zu diagnostizieren. Aus diesem Grund empfehlen wir, ab dem 40. Altersjahr regelmässige Augenuntersuchungen durchzuführen.

Wer ist vom Grünen Star betroffen?

Rund 2% aller Menschen über vierzig Jahren sind vom Grünen Star betroffen, die Häufigkeit steigt mit zunehmendem Lebensalter.
Wenn bei einem Ihrer Verwandten ein Glaukom bekannt ist, sollten Sie sich mindestens einmal pro Jahr vom Augenarzt kontrollieren lassen, denn sehr oft besteht beim Glaukom eine erbliche Veranlagung. Starke Kurzsichtigkeit kann die Entstehung und den Schweregrad eines Grünen Stars beeinflussen. Eine vermehrte Häufung wird auch bei Zuckererkrankung oder Kreislauferkrankungen gefunden. Das Glaukom kann aber auch bei Patienten auftreten, die über längere Zeit Kortisonpräparate einnehmen müssen. Zudem kann sich das Glaukom nach einer Augenverletzung entwickeln.

Der Grüne Star – Diagnose

Wie erfolgt die Diagnose des Grünen Stars?

Alle zur Diagnosestellung wichtigen Methoden stehen in der Augenpraxis Sissach zur Verfügung.

Die Messung des Augeninnendrucks
Der Augeninnendruck, der bei vielen Formen des Grünen Stars erhöht ist, kann in der Augenpraxis Sissach mit dem sogenannten Goldmann-Applanationstonometer gemessen werden. Ein erhöhter Augendruck bedeutet nicht in jedem Fall das Vorliegen eines Glaukoms und umgekehrt liegt bei manchen Patienten auch bei normalen Druckwerten ein Grüner Star vor.

Hornhautdickenmessung
Die Messung der Hornhautdicke gibt nähere Hinweise über die Genauigkeit der Augendruckmessung und erlaubt eine Risikoabschätzung für die weitere Entwicklung eines Glaukoms.

Die Gesichtsfeldmessung
Das Gesichtsfeld ist der Bereich unserer Umgebung, den wir ohne das Auge zu bewegen erkennen können. Mit Hilfe eines Messgerätes (Perimeter) kann die Form und Grösse des Gesichtsfeldes genau bestimmt werden. Da das Glaukom zu einer zunehmenden Einschränkung des Gesichtsfeldes führt, gibt diese Untersuchung genaue Auskunft über den Stand der Erkrankung. Anhand regelmässig wiederholter Gesichtsfeldmessungen lässt sich der Verlauf der Erkrankung dokumentieren.

Untersuchung des Sehnervenkopfes
Die Betrachtung des Augenhintergrundes erlaubt es dem Augenarzt, den Sehnervenkopf speziell bezüglich dem Vorliegen oder dem Voranschreiten eines Glaukoms zu untersuchen.

Papillen-OCT
Die Augenpraxis Sissach verfügt über ein sogenanntes Papillen-OCT, denn unter gewissen Umständen kann es von Interesse sein, die Dicke der sich im Sehnerv vereinigenden Nervenfasern genau auszumessen. Somit können bereits sehr frühzeitig Schäden am Sehnerv dokumentiert und der Verlauf beobachtet werden.

Der Grüne Star – Behandlung

Wie wird der Grüne Star behandelt?

Das Wichtigste bei der Behandlung des Grünen Stars ist die Senkung des Augendrucks.
Am häufigsten erfolgt eine medikamentöse Senkung des Augendruckes durch eine Tropftherapie. Das Wichtigste für den Erfolg der Tropftherapie ist die regelmässige und korrekte Anwendung gemäss ärztlicher Verordnung. In der Augenpraxis Sissach legen wir Wert auf eine exakte Instruktion unserer Patienten, damit die Augentropfen durch eine richtige Applikation ihre Wirkung auch entfalten können.
Falls Umstände vorliegen, die eine Tropftherapie verunmöglichen oder bei ungenügender Wirkung der Augentropfen kann in Ergänzung eine Lasertherapie erfolgen. Am Augenzentrum Bahnhof Basel können wir eine sogenannte Argon-Laser-Trabekuloplastik durchführen. Zudem verfügen wir zusätzlich mit der Selektiven Lasertrabekuloplastik über ein schonendes Verfahren, das bei Bedarf auch wiederholt durchgeführt werden kann. In manchen Fällen schliesslich ist der Augendruck nur durch eine Operation erfolgreich zu kontrollieren.

Kann man den Grünen Star operieren?

Kommt es trotz ausgebauter Tropftherapie und/oder Laserintervention zu einem voranschreitenden Gesichtsfeldschaden, muss eine Operation empfohlen werden. Ziel der operativen Behandlung des Grünen Stars ist ebenfalls eine Senkung des Augeninnendruckes. Der Fachbegriff für diese Operation ist Trabekulektomie, dabei wird unter dem Oberlid eine kleine Öffnung in die Lederhaut des Auges präpariert und die Augenflüssigkeit unter die Bindehaut abgeleitet. Bei optimalem Heilungsverlauf entsteht ein sogenanntes Filterkissen, der Augeninnendruck fällt durch die Ableitung des „überschüssigen“ Augenwassers unter die Bindehaut.

Dieser Eingriff wird normalerweise unter ambulanten Bedingungen in Tropfanästhesie durchgeführt, die Eingriffsdauer beträgt ca. 20 – 30 Minuten. Anders als bei anderen Augenoperationen, ist der Heilungsverlauf sehr langwierig, eine gute Wundheilung sorgt für einen Verschluss der Öffnung in der Lederhaut und ist dementsprechend bei diesem Eingriff unerwünscht. Damit ist die normalerweise im Körper positive Wundheilung für den Heilungsverlaufs dieses Eingriffs eher kontraproduktiv. Aus diesem Grund werden intraoperativ verschiedene wundheilungshemmende Massnahmen durchgeführt. Sehr wichtig ist ebenfalls die engmaschige Betreuung nach der Operation. Es können hier verschiedene zusätzliche Massnahmen zur Beeinflussung der Wundheilung notwendig werden. Normalerweise geht man von einem ca. 2- bis 3-monatigen Heilungsverlauf mit regelmässigen Kontrollen aus. Allenfalls werden zusätzliche Interventionen mit dem Laser oder eine Veränderung der Tropfentherapie notwendig.

Bei rund 70% der Patienten führt der drucksenkende Eingriff im ersten Jahr nach der Operation zu einer erfolgreichen Senkung des Intraokulardruckes. Bei ungenügendem Ansprechen oder einem Augendruckanstieg im Verlauf ist jedoch eine zusätzliche Tropfenbehandlung nötig. Der drucksenkende Effekt dieses Eingriffes ist jedoch oft nicht lebenslang gewährleistet, die Operation kann aber wiederholt werden. Risiken dieses Eingriffs sind eine Zunahme einer allenfalls bereits vorhandenen Linsentrübung (Grauer Star). Ebenfalls möglich sind Blutungen im vorderen Augenbereich oder zu tiefe Augendruckwerte, es können weitere operative Eingriffe notwendig werden.

Alternativ zum beschriebenen Eingriff mit der Ableitung des Augenwassers unter die Bindehaut besteht die Möglichkeit zur sogenannten Zyklophotokoagulation. Hierbei wird mit einem Laser die Struktur des Auges, die das Kammerwasser produziert, geschädigt. Die Produktion des Kammerwassers wird damit reduziert, es resultiert eine Senkung des Augeninnendrucks. Dieser Eingriff hat den Vorteil, dass die Wundheilung nicht sehr lange dauert. Bei dieser Behandlung schwieriger ist allerdings die exakte Anpeilung des gewünschten Augendrucks, in den meisten Fällen sind mehrere Behandlungen nötig.

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Dr. med. Silvia Striebel & Dr. med. Fabrizio Branca
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